Historisches

Fast jeder Imker kennt ungefähr die Geschichte von Bruder Adam, dem Mönch aus dem Kloster Buckfast in Devon. Ab 1919 begann er, seine Bienen auf gute Eigenschaften zu selektieren und erwarb sich im Laufe der Zeit einen guten Ruf auf der ganzen Welt. Er unternahm weite Reisen und kreuzte seine Bienen mit dem mitgebrachten Material.

Er selektierte seine Völker nach Sanftmut, keinerlei oder geringer Schwarmlust, Krankheitsfestigkeit und Resistenz, einem ruhigen Wabensitz und guter Produktivität. Es ist ihm voll gelungen. Buckfastimker in ganz Europa und in Amerika arbeiten noch immer mit viel Vergnügen mit dieser besonders sanften Biene - dem Erbe eines einfachen Mannes. Später erhielt er für seine Arbeit die Ehrendoktorwürde.

Der Ursprung der Buckfastrasse ist eine vor 1920 durchgeführte Kreuzung der dunklen (lederbraunen) Ligustica und der ursprünglichen englischen Unterart der Mellifera (Schwarze Biene). Beide Rassen gibt es heute nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form. Diese Kreuzung war nicht das Resultat eines geplanten genetischen Experiments, sondern das Ergebnis einer für die Imker dieser Zeit großen Katastrophe. Am Anfang des 20. Jahrhunderts war die ursprüngliche englische Biene durch das massive Auftreten der Tracheenmilbe fast ausgestorben.

Damals hatte man anfangs kein Verständnis über die Ursache des Bienensterbens, welches auch im Kloster fast alle Völker getroffen hatte. Die wenigen Bienen, die überlebten, hatten eine importierte Königin oder waren von dieser abstammend. Unter den am Leben gebliebenen Völkern fiel eines auf, bei welchem eine italienische Königin mit schwarzen, heimischen Drohnen begattet wurde. Dieses Volk wies eine Resistenz gegen die Milbe auf und hatte einen phänomenalen Honigertrag. Die Nachkommen, die hieraus entstanden, nannte man später Buckfastbienen.

Buckfastbienen

In mehr als 70 Jahren Arbeit wurden von Bruder Adam wertvolle Eigenschaften anderer Bienenrassen durch Kombinationszucht in diesen Stamm eingekreuzt. Der Prozeß des Identifizierens wertvoller Eigenschaften bis hin zur Integration in den Buckfaststamm dauert allgemein mehr als 10 Jahre. Solch ein Menschenwerk ist dann in der Realität speziell für Mönche ausgelegt.

Das Eliminieren ungewünschter Eigenschaften - wie Propolisbenutzung oder der Schwarmtrieb - mittels Selektion erfordert eine breite Selektionsbasis (viele Völker) und eine gute Dokumentation. Die Sanftmut in einem Stamm ist einfach zu testen und daher schnell zu erreichen. Mit Buckfastdrohnen gepaarte Buckfastköniginnen ergeben Buckfastbienen, ohne dass es zu unerwünschten Aufspaltungen kommt.